Bad Honnefer
Energie- und Umwelt-Lexikon

mehr ...
Schwerpunkt "Energie"
Abwärme
Bild des Lexikoneintrages
Definition:
Als Abwärme wird diejenige Wärme bezeichnet, die bei einem Prozess als Nebenprodukt entsteht. Häufig entweicht sie ungenutzt in die Umwelt, wobei teilweise sogar noch ein zusätzlicher Energieaufwand notwendig wird, etwa für Pumpen, Ventilatoren oder Kühlaggregate. Teils wird Abwärme grundsätzlich als ungenutzte Wärme verstanden, jedoch gibt es auch den Begriff der Wärmerückgewinnung oder Abwärmenutzung als eine Maßnahme für erhöhte Energieeffizienz.
Beispiel:
Abwärme entsteht in besonders großen Mengen im industriellen Kraftwerksbereich. In großen Mengen in die Umwelt entlassene Abwärme, etwa bei Kühltürmen oder Flusskühlern von Kraftwerken, hat bisweilen schädliche Nebenwirkungen, die über die eingeschränkte Energieeffizienz hinausgehen. Beispielsweise können Fischbestände in Flüssen leiden, die im Sommer von Kraftwerken zu stark aufgeheizt werden. Die Vermeidung oder Verringerung solcher Probleme erzwingt im Sommer mancherorts die Drosselung der Leistung von Kraftwerken. Ein Effizienzbeispiel zur Nutzung von Abwärme ist das spezielle Verfahren von Gas- und Dampf-Kombikraftwerken. Hier wird die entstehende Abwärme zum Betrieb einer zusätzlichen Dampfturbine verwendet, wodurch ein hoher Gesamtwirkungsgrad von bis zu 60% erreicht wird. Abwärme von industriellen Prozessen wird heute teils im Industrieprozess selbst genutzt oder im besten Fall über Nah- und Fernwärmenetze für Heizungszwecke eingesetzt.
Ähnliche Begriffe

Gas- und Dampfkraftwerk

schliessen