Bad Honnefer
Energie- und Umwelt-Lexikon

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Schwerpunkt "Wasser"
Kläranlage
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Definition:
Eine Kläranlage, auch Abwasserreinigungsanlage genannt, dient der Reinigung von Abwasser, das von der Kanalisation gesammelt und zu ihr transportiert wurde. Zur Reinigung der unerwünschten Bestandteile der Abwässer werden mechanische, biologische und chemische Verfahren eingesetzt.
Beispiel:
In der Kläranlage Am Spitzenbach, in Bad Honnef wird das Abwasser von 21.800 Anschlüssen in verschiedenen Arbeitsschritten, mit einer Fabrik vergleichbar, gereinigt. Nach einem Umbau der Kläranlage im Jahr 1982 wurde die Kläranlage abgedeckt. Die erste Stufe der Reinigung des Brauchwassers erfolgt durch Maschinen. Große Schieber, Schneckenpumpwerke und Rechen arbeiten, um groben Schmutz aus dem Wasser zu trennen. Im Sandfang sinken dann schwere Stoffe wie Sand und Kies ab und werden im Sandaustrag gesammelt. Am Ende der Vorklärung sorgt ein feiner Rechen dafür Haare und andere kleine Schmutzteilchen aus dem Wasser zu trennen. Langsam absinkende und schwimmende Stoffe werden vom fließenden Wasser getrennt und in den Faulturm geleitet. Nun beginnt im Belebungsbecken die biologische Reinigung des Abwassers durch Kleinstlebewesen, die Bakterien. Im ersten biologischen Becken arbeiten die Bakterien ohne Sauerstoff. Hier durchmischen zwei Rührwerke das Wasser in entgegengesetzter Richtung. Nach ungefähr 2 Stunden Aufenthalt des Wassers in diesem Becken hat sich Schlamm angesammelt. Der Schlamm wird nach einer Zwischenklärung und Trennung von Wasser einer Schlammbehandlung zugeführt. Dabei wird er mit Kalk und Eisen vermischt. Nach etwa 25-28 Tagen Aufenthalt im Faulturm, kann der eingedickte Schlamm dann auf den Feldern der Bauern als Dünger aufgetragen werden. Das Abwasser wird zwischenzeitlich in ein zweites Belebungsbecken geführt. Hier arbeiten die Bakterien mit Sauerstoff. Deshalb wird dem Wasser in diesem Becken Sauerstoff zugeführt. Nun arbeiten die Bakterien wie in natürlichen Seen. Sie bauen die fein zerteilten Reste der Schmutzstoffe des Abwassers ab. Es entstehen so genannte Belebtschlammflocken, die im Nachklärbecken vom gereinigten Abwasser getrennt werden. Hier entsteht nochmals Schlamm, der in ein Zwischenlager in Berkum gebracht wird, um von den Bauern auf die Felder verteilt zu werden. Das geklärte Wasser wird dreimal pro Woche von den Mitarbeitern des Abwasserwerkes im Labor untersucht und erlangt Werte, die unter den vorgeschriebenen Grenzwerten liegen. Damit diese Werte so gut bleiben, geben die Mitarbeiter des Klärwerkes Bad Honnef wichtige Tipps. Feste oder flüssige Stoffe, die nicht in den Ausguss und die Toilette gehören sind: * Papier, Papierverpackungen, Zeitungspapier gehören in die Papiertonne * Textilien und Bekleidung gehören in die Container- und Straßensammlung * Säure, Laugen, Farben, Lacke, Verdünner, Pflanzenschutzmittel, Altöl gehören in den Sondermüll, die Abfuhr erfolgt an Sammelstellen, regionale Informationen entnimmt man dem Abfallkalender des Entsorgungsunternehmens * Batterien liefert man an Sammelstellen, z.B. in Supermärkten * Speisereste, Brat- und Frittierfett gehören in die Restmülltonne * Slipeinlagen, Binden, Tampons, Kondome, Windeln, Wattestäbchen gehören zum Restmüll * Zigarettenkippen und Rasierklingen gehören zum Restmüll * Flaschenverschlüsse und Kronkorken gehören in den gelben Sack * Medikamente müssen zurück zu Apotheke gebracht werden.
Referenzen
http://www.dwa.de
http://www.bad-honnef.de/service/rathaus/abwasser/index.php
Ähnliche Begriffe

Abwasser

Brauchwasser

Gewässerschutz

Sandfang

Faulturm

Belebungsbecken

Hebewerk

Klärschlamm

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